Fensterdeko hat einen Vorteil, den keine andere Ecke der Wohnung bietet: Sie wirkt nach zwei Seiten. Von drinnen rahmt sie den Blick nach draußen, von der Straße aus ist sie das Erste, was jemand von deinem Zuhause sieht. Und weil im Herbst das Licht flacher steht, kommt fast alles davon besser zur Geltung als im Sommer.
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Die neunzehn Ideen hier reichen vom Ast, der quer im Rahmen hängt, bis zu Blättern, die über Nacht auskristallisieren.
Einen Ast quer ins Fenster hängen

Ein waagerecht aufgehängter Ast ist gerade die häufigste Fensterdeko überhaupt, und das aus einem praktischen Grund: Er hängt vor der Scheibe statt auf der Fensterbank. Du verlierst keine Stellfläche, und beim Lüften fällt nichts um.
Such dir einen geraden Ast, etwas schmaler als dein Fensterrahmen. Zwei gleich lange Stücke Juteschnur an den Enden festknoten und an Haken oder an der Gardinenstange befestigen. Daran kommen fünf Stränge in unregelmäßigen Längen — ungerade Anzahl wirkt ruhiger als gerade. Zapfen, getrocknete Eichenblätter, Hagebutten an kurzen Zweigen. Eine dünne Lichterkette mit Batterie lose um den Ast gewickelt, und die Deko trägt auch durch den dunklen Nachmittag.
Kürbisse in drei Größen auf der Fensterbank

Kürbisse auf der Fensterbank sind der Klassiker, und der häufigste Fehler dabei sind gleich große Kürbisse in einer Reihe. Das sieht nach Gemüseregal aus. Erst unterschiedliche Größen machen daraus eine Gruppe.
Nimm einen großen Kürbis als Anker an eine Seite, zwei mittlere daneben und ein paar kleine Zierkürbisse nach vorn. Eine gestrickte Decke oder ein Leinentuch darunter bringt Struktur und schützt die Fensterbank vor Druckstellen. Ein paar Zweige mit Herbstlaub in einer Vase dahinter geben dem Ganzen Höhe.
Speisekürbisse wie Hokkaido halten auf einer kühlen Fensterbank vier bis sechs Wochen und landen danach im Suppentopf. Über der Heizung werden sie schneller weich — dann lieber ans Fenster daneben.
Windlichter mit Kastanien und Hagebutten füllen

Ein schlichter Glaszylinder wird zum Herbstlicht, wenn die Füllung die Arbeit macht. Kastanien, Hagebutten oder Eicheln bis zu zwei Dritteln eingefüllt, darauf eine Stumpenkerze — mehr braucht es nicht.
Die Füllung hat einen praktischen Grund: Sie hebt die Kerze an, sodass die Flamme nicht tief im Glas verschwindet, und sie hält die Kerze gerade. Drei Gläser in verschiedenen Höhen nebeneinander wirken besser als drei gleiche. Leg die Kerze auf einen kleinen Glas- oder Blechuntersetzer auf die Füllung, dann tropft kein Wachs zwischen die Kastanien.
Die Kerze sollte rundum zwei Finger Abstand zur Glaswand haben. Kastanien und Hagebutten brennen nicht, getrocknetes Laub schon — das bleibt bei dieser Idee außen vor.

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Lichterkette mit Herbstblättern

Eine Lichterkette allein ist Weihnachten, mit Ahornblättern daran wird sie zur Herbstdeko. Tagsüber sieht man die Blätter, abends leuchten sie von hinten.
Setz an jede zweite Lampe ein Blatt: Kunstlaub lässt sich direkt auf den Draht stecken, echte gepresste Blätter klemmst du mit einer Mini-Holzklammer fest. Die Kette hängst du mit transparenten Klebehaken in flachen Bögen am oberen Fensterrahmen auf.
Nimm eine LED-Kette mit Batterie und Timer — sie bleibt kalt, und kein Kabel muss quer übers Fensterbrett zur Steckdose.
Mit Kreidemarker direkt auf die Scheibe malen

Kreidemarker schreiben deckend weiß auf Glas und lassen sich mit einem feuchten Tuch rückstandslos abwischen. Das macht sie zur unkompliziertesten Fensterdeko, die es gibt: keine Klebereste, kein Material, das übrig bleibt.
Zeichne mit einzelnen, durchgehenden Strichen statt zu schraffieren — im Gegenlicht wirken dünne Linien wie geätztes Glas, ausgemalte Flächen dagegen fleckig. Motive, die gut funktionieren, weil sie mit wenigen Linien auskommen: ein Fuchs im Profil, ein Eichhörnchen auf einem Baumstumpf, ein paar Fliegenpilze am unteren Rand. Vorher auf Papier üben, dann die Vorlage von außen ans Fenster halten und nachziehen.
Leuchtende Blätter aus Transparentpapier

Transparentpapier ist das einzige Bastelmaterial, das im Gegenlicht besser aussieht als im Auflicht. Ein Ahornblatt aus rostfarbenem Papier an der Scheibe glüht, sobald die Sonne dahintersteht — dasselbe Blatt auf dem Tisch sieht nach nichts aus.
Schneide große Blattformen aus Transparentpapier in Rost, Bernstein und Dunkelrot. Die Adern und ein schmaler Rahmen aus schwarzem Tonpapier geben dem Ganzen Halt und lassen es wie Bleiglas wirken. Mit kleinen Rollen Klebeband an der Scheibe befestigen. Große Formen wirken besser als viele kleine — drei Blätter über die Höhe verteilt reichen für ein Fenster.
Herbststrauß in schlichten Glasvasen

Auf der Fensterbank steht ein Strauß im Gegenlicht, und dort zeigt sich, ob die Vase passt. Klares Glas lässt Stiele und Wasser sichtbar, das wirkt leichter als jede bunte Keramik.
Für einen Herbststrauß brauchst du nur drei Zutaten: ein paar Zweige mit Laub als Gerüst, zwei, drei Blüten in Rost oder Orange — Chrysanthemen, Dahlien, Rosen — und etwas Leichtes wie Pampasgras oder Gräser. Mehrere Vasen in unterschiedlicher Höhe nebeneinander, dazwischen ein paar kleine Kürbisse.
Wechsle das Wasser alle zwei Tage und schneide die Stiele schräg nach. Laub an Zweigen unter der Wasserlinie entfernst du vorher, sonst trübt es das Wasser schon am zweiten Tag.

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Getrocknete Orangenscheiben mit Zimt aufziehen

Orangenscheiben werden beim Trocknen durchscheinend und zeigen im Gegenlicht ihre ganze Struktur. Zusammen mit Zimtstangen ist das die einzige Fensterdeko, die auch riecht — und zwar wochenlang, wenn du die Zimtstangen vorher einmal anritzt.
Orangen in etwa fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden, zwischen Küchenpapier ausdrücken und bei 80 Grad zwei bis drei Stunden im Backofen trocknen, Tür einen Spalt offen. Danach mit einer Nadel auf Naturbindfaden ziehen, dazwischen Zimtstangen und Sternanis. Drei Stränge unterschiedlicher Länge nebeneinander hängen besser als einer allein.
Kastanienketten an der Gardinenstange

Senkrecht aufgefädelte Kastanien gehören zu den Fensterideen, die auf Pinterest am häufigsten gemerkt werden. Hängend fängt jede Kastanie ihr eigenes Licht, in der Schale liegen sie nur übereinander.
Frisch gesammelte Kastanien sind noch weich genug zum Bohren. Mit einem dünnen Bohrer oder einer Ahle durchstechen und auf Juteschnur fädeln, zwischen je drei Kastanien ein gepresstes Ahornblatt. Fünf Stränge in unterschiedlicher Länge an der Gardinenstange verknoten.
Die Stränge sind schwerer, als sie aussehen — eine Gardinenstange trägt sie, ein Klebehaken nicht. Nach drei, vier Wochen werden die Kastanien matt, dann ist ihre Saison vorbei.
Kürbisse hängen statt stellen

Kürbisse auf der Fensterbank hat jeder. Aufgehängt sehen dieselben Kürbisse anders aus, und sie nehmen keinen Platz weg — praktisch bei schmalen Fensterbänken oder wenn dort schon Pflanzen stehen.
Nimm kleine, leichte Sorten wie Baby Boo oder Jack be Little, alles über einem Kilo wird an der Schnur zur Zitterpartie. Aus Juteschnur ein einfaches Netz knoten: vier Schnüre über Kreuz unter den Kürbis legen, über dem Stiel zusammenführen und verknoten. In verschiedenen Höhen aufhängen. Wer nicht knoten mag, nimmt Papierlampions in Kürbisform — die sehen ähnlich aus und wiegen nichts.
Blätter an Fäden vom Gardinenstab

Statt die Blätter zu einer Girlande aufzureihen, hängst du jedes einzeln an einen Faden. In unterschiedlichen Höhen sieht das aus wie Laub, das gerade fällt, und jedes Blatt dreht sich im Luftzug.
Press die schönsten Blätter zwei Tage im Buch, dann bekommt jedes am Stiel einen dünnen Nylon- oder Baumwollfaden. Die Fäden bindest du an einen Zweig, der über der Gardinenstange liegt, oder direkt an die Stange. Zehn bis fünfzehn Blätter reichen für ein normales Fenster.
Nimm Blätter in drei Farben — Rot, Orange, Gelb — und mische die Höhen. Am schönsten wirkt es, wenn unten ein paar mehr hängen als oben.
Fliegenpilze als Gegengewicht zum Kürbis

Neben dem Kürbis hat sich der Fliegenpilz als zweites Herbstmotiv etabliert. Er bringt ein klares Rot ins Fenster, das zwischen all dem Orange und Braun auffällt — und er sieht auf kleinem Raum nach mehr aus als ein weiterer Kürbis.
Stell drei bis fünf Pilze in unterschiedlicher Größe auf ein Stück Moos, dazwischen Eicheln und ein paar Eichenblätter. Wichtig ist die ungleiche Höhe: gleich große Pilze nebeneinander wirken wie eine Reihe, gestaffelte wie ein kleiner Waldboden. Wer selbst basteln will, formt die Hüte aus Eierkartons und bemalt sie — die Struktur des Kartons sieht dem echten Hut erstaunlich ähnlich.
Ein Mobile mit Eicheln und Kastanien

Ein Ring statt eines Asts: So wird aus Eicheln und Kastanien ein rundes Mobile, das sich im Fenster langsam dreht.
Als Ring eignet sich der innere Reifen eines Holz-Stickrahmens. Wickle ein paar Zweige Eichenlaub mit Blumendraht darum. Dann acht bis zehn Fäden rundum anknoten, an jeden eine Kastanie oder zwei, drei Eicheln. Eicheln hält ein Tropfen Heißkleber an der Kappe, Kastanien werden durchbohrt.
Oben laufen drei Fäden zu einem Knoten zusammen, an dem das Mobile hängt. Hänge zuerst die schweren Kastanien gegenüber, dann bleibt der Ring waagerecht.
Herbstblätter auskristallisieren lassen

Das ist der Trick, den es in der klassischen Herbstdeko noch nicht gab: Blätter werden über Nacht in eine gesättigte Zuckerlösung gehängt und ziehen dabei eine Schicht Kristalle an. Am Morgen funkelt jedes Blatt, als hätte es gefroren.
Löse Zucker in kochendem Wasser, bis sich nichts mehr löst — etwa drei Teile Zucker auf einen Teil Wasser. Die Lösung in ein hohes Glas füllen, abkühlen lassen und ein stabiles Blatt an einem Faden hineinhängen, ohne dass es den Boden berührt. Nach zwölf Stunden herausnehmen und trocknen lassen. Am besten funktionieren feste Blätter wie Eiche; dünne Birkenblätter weichen durch.
Sonnenfänger mit Kristall ins Fenster hängen

Im Herbst steht die Sonne so tief, dass sie mittags direkt ins Fenster scheint — die einzige Jahreszeit, in der ein Sonnenfänger den ganzen Tag arbeitet. Statt Farbe bringt er Lichtbrechung ins Fenster, und die bewegt sich.
Säge aus dünnem Holz eine Blattform aus, bohr ein Loch hinein und setz einen geschliffenen Kristall ein. Aufgehängt wird er dort, wo die Sonne mittags durchkommt — meist das Süd- oder Westfenster. Je tiefer er hängt, desto weiter wandern die Farbflecken durch den Raum. Ohne Werkzeug geht es auch: ein Kristall an einer Schnur, darüber ein paar getrocknete Blätter als Gegengewicht.
Ein großes Fensterbild aus Tonkarton

Ein Fensterbild über die ganze Scheibenbreite wirkt von der Straße aus wie ein Scherenschnitt. Die Silhouette aus schwarzem Tonkarton steht unten am Fenster, darüber fallen ein paar Blätter aus farbigem Transparentpapier.
Zeichne auf einem langen Streifen schwarzem Tonkarton eine Hügellinie mit zwei, drei Bäumen und einem Tier — ein Fuchs oder ein Igel funktionieren gut, weil man sie am Umriss erkennt. Mit dem Cutter ausschneiden und mit kleinen Klebestreifen unten an die Scheibe setzen. Die Blätter aus Transparentpapier in Rost und Orange verteilst du darüber.
Wer nicht frei zeichnen will, druckt eine Vorlage aus und legt sie unter den Karton. Abgenommen wird das Bild mit lauwarmem Wasser — dann lösen sich auch die Klebereste.
Den Blumenkasten außen herbstlich bepflanzen

Die Fensterdeko hört bei den meisten an der Scheibe auf. Dabei ist der Blumenkasten draußen die einzige Stelle, die von beiden Seiten wirkt: von innen als grüner Rahmen, von außen als das, was die Nachbarn sehen.
Die Sommerbepflanzung kommt raus, Chrysanthemen, Heide und Silberblatt kommen rein. Dazwischen ein paar kleine Zierkürbisse direkt auf die Erde setzen und kahle Zweige schräg hineinstecken — die geben dem Kasten Höhe, wenn die Blüten nachlassen. Efeu an den Rand, damit etwas über die Kante hängt. Das hält bis zum ersten harten Frost.
Gefaltete Papierblätter als Girlande

Ein Blatt aus Papier, im Zickzack gefaltet, sieht aus wie ein Ahornblatt mit Rippen und ist in zwei Minuten gemacht. Aufgereiht an einer Schnur werden daraus Girlanden für das Fenster.
Nimm ein Rechteck aus Tonpapier, etwa zehn mal fünfzehn Zentimeter, und falte es der Länge nach im Zickzack wie einen Fächer. Den Fächer in der Mitte knicken, die beiden inneren Hälften zusammenkleben und die oberen Ecken schräg abschneiden — so entsteht die Blattspitze. Ein Stück Draht oder Schnur in die Mitte ist der Stiel.
Rost, Orange, Senfgelb und Bordeaux nebeneinander wirken am besten. Mit Kindern lässt sich das wunderbar in Serie basteln.
Ein Laubkranz im Fenster

Ein Kranz gehört nicht nur an die Tür. Mittig im Fenster, an einem breiten Band vom Rahmen oder der Gardinenstange, ist er von drinnen wie von der Straße aus zu sehen.
Als Grundlage dient ein Strohrohling oder ein Drahtring. Darauf steckst du gepresste Blätter in Rot, Orange und Gelb dachziegelartig übereinander, jedes mit einer Stecknadel oder einem Klebepunkt. Fang unten an und arbeite rundherum, so liegen die Blattspitzen alle in eine Richtung.
Echte Blätter werden nach zwei, drei Wochen brüchig. Wer den Kranz länger behalten will, sprüht ihn mit Haarspray ein oder nimmt Blätter aus Stoff.









